2. Fachveranstaltung des FokusHubs „Flucht und Migration / migrantisch-diasporische Perspektiven“
Deutschland und Sachsen-Anhalt sind zunehmend auf internationale Arbeits- und Fachkräfte angewiesen. Doch Fachkräftegewinnung endet nicht mit der Anwerbung. Entscheidend ist auch, unter welchen Bedingungen Menschen hier arbeiten und leben – und ob sie langfristig bleiben wollen.
Unter dem Titel „Gewinnen und Verlieren – die globale Dimension von Arbeitsmigration“ laden wir am 13. November 2026 zur 2. Fachveranstaltung des FokusHubs „Flucht und Migration / migrantisch-diasporische Perspektiven“ nach Magdeburg ein.
Die Veranstaltung verbindet die Situation migrantischer Beschäftigter in Deutschland mit der globalen Perspektive auf Arbeitsmigration. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Brain Drain und Care Drain, fairer und ethischer Rekrutierung, Arbeitsrechten, Anerkennung, Diskriminierung, gesellschaftlicher Teilhabe und Bleibeperspektiven.
Dabei wollen wir bewusst über eine rein wirtschaftliche Fachkräftedebatte hinausgehen. Internationale Arbeitsmigration betrifft nicht nur den deutschen Arbeitsmarkt. Sie hat Folgen für Herkunftsgesellschaften, Familien und soziale Sicherungssysteme – und sie wirft die Frage auf, wie Migration so gestaltet werden kann, dass nicht nur Zielländer profitieren.
Gleichzeitig richtet sich der Blick auf Sachsen-Anhalt: Was bedeutet es, internationale Arbeitskräfte anwerben zu wollen, wenn Menschen zugleich Rassismus, Ausgrenzung oder fehlende gesellschaftliche Zugehörigkeit erleben? Und was muss sich verändern, damit aus Anwerben tatsächlich Ankommen, Teilhabe und Bleiben wird?
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat diese Frage zusätzliche politische Dringlichkeit gewonnen. Die Fachveranstaltung soll deshalb auch Raum dafür schaffen, über die aktuelle Situation von Migrant*innen und Geflüchteten im Land zu sprechen und gemeinsam zu diskutieren, welche Verantwortung die künftige Landesregierung trägt.
Unterschiedliche Perspektiven an einem Tisch
Die Veranstaltung bringt migrantische Arbeitnehmer*innen und Selbstorganisationen, Beratungsstellen, Wissenschaft, Journalismus, Politik und Zivilgesellschaft miteinander ins Gespräch.
Am Vormittag geht es um die globale Dimension von Arbeitsmigration, die öffentliche Fachkräftedebatte sowie die konkrete Arbeits- und Lebensrealität migrantischer Beschäftigter.
Am Nachmittag vertiefen Workshops unter anderem folgende Themen:
- faire Arbeitsmigration, Brain Drain und Care Drain,
- Arbeitsrechte, Deskilling und Ausbeutung,
- Aufenthalt, Arbeit und Bleibeperspektiven,
- migrantische Selbstorganisation und politische Teilhabe.
In der abschließenden Gespräch„Was muss sich ändern, damit Menschen bleiben?“ werden die unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt.
Die Veranstaltung endet bewusst nicht mit einer Problembeschreibung sondern in konkreten Erwartungen und Forderungen an die künftige Landesregierung Sachsen-Anhalt.
Denn migrantische Menschen sind nicht lediglich Arbeitskräfte zur Behebung des Fachkräftemangels. Sie sind Teil unserer Gesellschaft und haben ein Recht auf faire Arbeit, Sicherheit, Anerkennung, Teilhabe und politische Mitsprache.
Die Veranstaltung wird orgaisiert vom Fokushub Flucht und Migration, Migrantisch-diasporische Perspektiven.

